Stress im Gehirn

Neurotransmitter-Test

Neurotransmitter steuern Stimmung und Stressempfindung. Das biochemische Zusammenspiel der Neurotransmitter entscheidet darüber, ob wir uns depressiv, ängstlich oder gestresst fühlen oder ob wir gut gelaunt und hoch belastbar sind. Aber auch die Gedächtnisleistung, das Konzentrationsvermögen, das Durchhaltevermögen und die Kreativität sind von den Botenstoffen abhängig. Mehr noch als negative Erlebnisse und Gedanken sind es die Entzündungen des Nervengewebes, welche für die Entstehung von psychischen Erkrankungen verantwortlich sind.

Diese Entzündungen werden maßgeblich durch Toxine (z.B. Schwermetallbelastungen mit Quecksilber) und neurotrope Erreger (wie Viren der Herpesgruppe und Borrelien) verursacht. Situative und mental-emotionale Dauerstressfaktoren sind aus dieser Perspektive gesehen eher auslösende Faktoren für die Entstehung von Depressionen und Angsterkrankungen, während die chronisch infektiosen Entzündungsprozesse die eigentliche Ursache darstellen ähnlich einer Infektion mit Gürtelrose nach Stress.

Die vor allem im Gehirn und Nervensystem wirksamen Neurotransmitter sind chemische Substanzen, die die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen vermitteln. Man unterscheidet dämpfende und erregende Neurotransmitter. Sie werden als Antagonisten bezeichnet und sollten in einem ausgewogenen Verhältnis vorhanden sein. Diese Botenstoffe bestimmen maßgeblich unsere Stimmung und Leistungsfähigkeit

Eine Substanz wird als Neurotransmitter bezeichnet, wenn sie folgende Kriterien erfüllt: Sie muss in der Nervenzelle gebildet und von dieser freigesetzt werden, biochemisch identifizierbar sein sowie bei Reizung der Nervenzelle ausgeschüttet werden und die Zielzelle beeinflussen. Die Transmitterwirkung muss durch Gegenspieler dosisabhängig gehemmt werden können. Die Transmittersubstanz muss nach Verabreichung die gleichen Effekte an den Zielnervenzellen auslösen wie diejenigen, die nach der Nervenreizung beobachtbar sind.

Zu den „klassischen" Neurotransmittern zählt man die biogenen Amine

  • Acetylcholin und Noradrenalin,
  • Dopamin,
  • GABA,
  • Serotonin,
  • Histamin und
  • Adrenalin, sowie die Aminosäuren
  • Glutaminsäure,
  • Glycin und
  • Asparaginsäure.

Auch die so genannten Neuropeptide werden mittlerweile zu den Neurotransmittern gerechnet.

Neben den Neurotransmittern gibt es eine Vielzahl von Substanzen, die man als Neuromodulatoren bezeichnet. Diese Stoffe können die Erregungsübertragung verstärken oder vermindern, sind aber nicht unmittelbar an der Erregungsübertragung beteiligt.

In jüngster Zeit wurden auch Neurotransmitter mit außergewöhnlichen Eigenschaften entdeckt, z.B. Gase wie Stickoxid und Kohlenmonoxid, die nicht in der Nervenzelle gespeichert werden können und auch nicht über bestimmte Rezeptoren wirken, sondern sozusagen direkt durch die Zellwand in andere Zellen gelangen.

Gerade bei der Bildung der klassischen Neurotransmitter spielen die Aminosäuren eine zentrale Rolle. Glutaminsäure und Glycin wirken als Aminosäuren direkt auf spezifische Rezeptoren im Gehirn. Phenylalanin bzw. Tyrosin sind die Ausgangssubstanzen für die Bildung von Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin. Diese bezeichnet man auch als Katecholamine; sie haben z.B. großen Einfluss auf die Konzentrationsfähigkeit und die Stressbewältigung. Aus der Aminosäure Tryptophan wird der Neurotransmitter Serotonin gebildet, der eine Vielzahl von Funktionen hat, z.B. die Regulierung der Stimmung, des Schlafes, des Appetits, des Schmerzempfindens, des Hormonsystems. Die Aminosäure Serin ist die Vorstufe von Acetylcholin, einem unerläßlichen Neurotransmitter für das Lernen und die Gedächtnisbildung.

Neurotransmitter und ihre Rezeptoren sind von entscheidender Bedeutung für die psychische Befindlichkeit des Menschen. Psychopharmaka wirken über eine Beeinflussung der Neurotransmitterkonzentration oder der Rezeptoren. Da am Neurotransmitterstoffwechsel viele verschiede Mikronährstoffe beteiligt sind, kann auch durch eine gezielte Therapie mit diesen Substanzen die Bildung der Neurotransmitter und ihr Verhältnis zueinander positiv gesteuert werden.

Serotonin

Serotonin, ein Neurotransmitter mit sehr vielfältigen Funktionen, wird aus der Aminosäure Tryptophan gebildet, die über einen Transportkanal durch die Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn gelangt. Für die biologische Wirkung von Serotonin ist dessen Bindung an Serotoninrezeptoren erforderlich. Derzeit sind 14 Subtypen von Serotoninrezeptoren bekannt, was auch die vielen unterschiedlichen Funktionen und Mitbeteiligungen im Gehirn erklärt: Bewegungssteuerung, Gedächtnis, Schlaf, Nahrungsaufnahme, Stimmung, Schmerzempfindung, Regulation der Hormonausschüttung etc.

Serotonin ist hauptsächlich für Anpassungsleistungen an soziale Anforderungen wie Kollegialität, Ausgeglichenheit und gute Laune zuständig ist. Bei einem Serotoninmangel können auch verschiedene körperliche Symptome auftreten, wie z.B. Kopfschmerzen, vermindertes Sättigungsgefühl, Ein- und Durchschlafstörungen, Muskelschmerzen, Konzentrationstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Reizdarmsyndrom u.ä.m.

Dopamin

Dopamin ist ein Neurotransmitter, der zur Gruppe der Katecholamine (Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin) gehört. Die Ausgangssubstanz für die Katecholaminsynthese ist die Aminosäure Tyrosin, aus der zunächst Dopa gebildet wird; daraus entstehen dann Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin. Dopamin hat Einfluss auf fast alle psychischen Funktionen wie Bewegungssteuerung, Motivation, Emotion, Lernen, Gedächtnis etc.

 Dopamin wirkt auch motivationsverstärkend, deshalb führt eine Dopaminverarmung zu einer Antriebs- und Aktivitätsverminderung sowie zu einer erhöhten Depressivität. Auch im kognitiven Bereich, das heißt die Funktionen Aufmerksamkeit und Gedächtnis betreffend, wirkt sich ein Dopaminmangel negativ aus.

Für den Dopaminstoffwechsel sind verschiedene Mikronährstoffe wie Eisen, Kupfer und Vitamin C erforderlich. In mehreren Studien konnte durch eine Tyrosin-Supplementierung eine deutliche Verbesserung der Stress-Toleranz, der Merkfähigkeit und der psychischen Befindlichkeit erreicht werden

GABA

Ein ist Neurotransmitter, der beruhigt. Die Gamma-Amino-Buttersäure (GABA) wird aus Glutaminsäure gebildet und ist der wichtigste inhibitorische (dämpfende) Neurotransmitter im Zentralnervensystem. Im gesamten limbischen System finden sich zahlreiche GABAerge Synapsen, auch in dem Hirnarial, das für die Angstentstehung ausschlaggebend ist – der Amygdala. Es ist nachvollziehbar, dass GABA hier durch Hemmung anderer Neuronen angstlösend wirkt.
Bei Stressreaktionen hat GABA einen beruhigenden Effekt, indem es der Aktivität der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse entgegenwirkt. Auch im Hippocampus, dem Bereich der für die Gedächtnisbildung maßgeblich ist, befinden sich viele GABAerge Synapsen. Eine Unterdrückung der GABA-Funktion kann Störungen der Gedächtnisprozesse hervorrufen - dies wurde im Zusammenhang mit Benzodiazepinen beobachtet.

Glutaminsäure

Glutaminsäure ist eine Aminosäure, die im zentralen Nervensystem auch als Neurotranmitter fungiert. Als erregender Botenstoff ist Glutaminsäure ein Antagonist zu GABA. Glutaminsäure wurde früher bei Lernschwierigkeiten eingesetzt. Heute weiß man, dass ein Zuviel dieser Aminosäure Krämpfe auslösen kann und nervenzellschädigend wirkt. Glutaminsäure, in der Nahrungsmittelindustrie auch Glutamat genannt, ist in dieser Branche als Geschmacksverstärker beliebt.

Glycin

Auch die Aminosäure Glycin ist ein Neurotransmitter. Sie wirkt inhibitorisch, also erregungsdämpfend, und entfaltet ihre Wirkung hauptsächlich in den Nervenzellen des Rückenmarks und im Hirnstamm. Dadurch ist Glycin an der Regulierung der Bewegungsabläufe beteiligt. Im Gehirn wirkt es als Coagonist an Glutamatrezeptoren und hat deshalb einen positiven Einfluss auf Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen.

Noradrenalin

Das noradrenerge System ist ähnlich weit verzweigt wie das serotoninerge. Eine Störung des noradrenergen Systems wird ebenso als mögliche Ursache einer Depression gesehen wie ein Mangel an Serotonin. Bei depressiven Patienten mit Noradrenalin-Mangel zeigte sich eine deutliche Besserung ihres Zustandes, nachdem sie mit Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer behandelt worden waren. Noradrenalin gehört zur Gruppe der Katecholamine und wird aus den Aminosäuren Tyrosin und Phenylalanin gebildet.

Acetylcholin

Acetylcholin ist einer der am weitesten verzweigten Neurotransmitter. Es vermittelt z.B. die Erregungsleitung zwischen Nerv und Muskel an der neuromuskulären Endplatte, es bewirkt die Übertragung von der ersten auf die zweite der beiden hintereinandergeschalteten Nervenzellen im vegetativen Nervensystem und ist außerdem für die Gedächtnisleistung untentbehrlich. Acetylcholin wird aus Cholin gebildet, das wiederum aus den Aminosäuren Glycin und Serin synthetisiert werden kann.

Diagnostik und Therapie

Während eine Neurotransmitterstörung bei einer Depression oder auch bei Angstzustände recht einfach mit Hilfe von Labortests diagnostiziert und durch eine Therapie mit Neurotransmittervorstufen behandelt werden kann, ist der entzündlich-infektiöse Nachweis deutlich schwieriger. Bei Allgemeinsymptomen wie vermiderter Leistungsfähigkeit mit körperlicher Erschöpfung oder vermehrter Reizbarkeit bei Stress ist eine entsprechende Infektionsdiagnostik mit Citrullin oder Vitamin D Ratio aussichtsreich.

Weitere Informationen:

 

Quelle: Angst-Depressionen.com