Cortisolprofil bei Nebennierenschwäche

Für die Funktionsdiagnostik der Nebennierenrinde haben sich neben den sensitiven Speicheltests auch Temperaturmessungen für die kontinuierliche Verlaufsbeobachtung bewährt. Denn bei Stress kann der Körper die Temperatur nicht mehr ausreichend regulieren. Labordiagnostisch kommen vor allem zwei Marker zum Einsatz, um eine Schwäche der Nebennierenrinde (Adrenal Fatigue) zu diagnostizieren: Cortisol und DHEA. Die Konzentrationen dieser Hormone werden im Speichel sehr sensitiv gemessen und die Salivawerte reagieren feiner und schneller als die Blutwerte.

zum Cortisolprofil

 Durch die Bestimmung im Speichel, kann die Konzentration der tatsächlich wirksamen, also freien Hormone beurteilt werden. Zu diesem Zweck wird ein Cortisolprofil erstellt, indem mehrmals am Tag Speichelproben gewonnen werden. Auf diese Weise kann man nachvollziehen, wie die Nebennierenrinde im Tagesverlauf arbeitet. Durch herkömmliche ACTH Test beim Endokrinologen ist das nicht möglich.

DHEA hat eine flachere Tagesrhythmik, wobei es seinen höchsten Verlauf in den frühen Morgenstunden hat. Es kann am Morgen oder Abend gemessen werden. Eine vom Morgen abweichende Probenentnahme sollte dem Labor mitgeteilt werden.

Auch Cortisol unterliegt einer Tagesryhthmik. Es wird in den frühen Morgenstunden in der Nebennierenrinde produziert und für die Tagesbelastungen bereitgestellt. Cortisol ist morgens am höchsten und nachts während des Tiefschlafs am niedrigsten.

Durch den Verlauf der Kurve erhält man eine detaillierte Funktionsanalyse der Nebennierenrinde und kann dadurch gezielt therapieren. Sollte man bereits Präparate wie z.B. Pregnenolon, DHEA oder Hydrokortison (oral oder als Salbe) nehmen, beeinflußt das den Wert sofort.

Falls sich eine Nebennierenschwäche trotz Wegfall der äußeren Stressfaktoren innerhalb von drei Monaten nicht deutlich regeneriert, sollte zusätzlich Citrullin, Vitamin-D-Ratio, LTT-Erregerprofile oder der Immunglobulin-Status gemessen weden, um Hinweise auf chonischen Zell-Stress durch Slow-Virus-Erkrankungen als Ursache zu erhalten. Normale Parasiten- oder Bakterienkulturen bleiben oft negativ, ebenso Antikörpertests, weil die Immunglobulinproduktion durch die Erschöpfung des Abwehsystems unzureichend ist (siehe Borreliose).

Nicht selten besteht ein Leaky Gut Syndrom, welches mit einem Zonulin-Test diagnostiziert werden kann.

Weitere Informationen für den Hormontest finden Sie hier

Messung der Körpertemperatur

Hinweise auf den Status des Stoffwechsels der Nebennierenrinde kann auch die Körpertemperatur geben. Für eine aussagekräftige und möglichst lückenlose Dokumentation der Temperatur, kann weiter unten eine vorgefertigte Tabelle herunter geladen werden. Die Körpertemperatur sollte drei mal täglich am besten unter der Zunge gemessen werden. Digitale Thermometer eignen sich hierfür gut. Die Temperatur sollte mindestens 20 Minuten nach Essen gemessen werden. Das Gleiche gilt auch nach dem Trinken sowie nach körperlicher Anstrengung oder Duschen, damit die Messung nicht beeinflusst wird. Die Temperaturmessung für die Funktion Nebennierenrinde sollte prinzipiell unter ruhigen Bedingungen erfolgen. Aussagekräftig sind Messungen etwa drei Stunden nach dem Aufwachen und dann alle weiteren drei Stunden. Ungenaue Werte (zu dicht nach dem Essen, nur eine Messung) sind besser als gar keine Messungen!

Bei einer Schwäche der Nebennierenrinde zeigt sich meist eine erniedrigte und instabile Temperatur. Es ist nicht ungewöhnlich, starke Schwankungen in den Kurven zu sehen. Während der Therapie sollte sich das Befinden als auch die Temperatur allmählich stabilisieren und erhöhen. Es ist hilfreich, außergewöhnlich Ereignisse auf dem Chart mit zu vermerken. Dies ist sehr wichtig für die Bewertung des Funktionszustandes der Nebennierenrinde. Angestrebt wird ein Wert um die 37,0°C. Aus den Messergebnissen wird der Mittelwert gebildet und täglich (als Anzahl der Messungen) in die Tabelle eingetragen.

Funktioneller Temperaturtest für die Nebennierenrinde hier herunterladen:

Quelle: Dr. Rind